Beim Schreiben braucht man vor allem eins: Ruhe und Konzentration. In meinen effektivsten Zeiten, habe ich mich in einem Zimmer verschanzt, alles andere ausgeblendet, nicht einmal gegessen und täglich um die 5000 Wörter heruntergeschrieben. Je mehr man ins Veröffentlichen kommt, desto schwieriger wird das. Hier meine Top 5 Ablenker vom Schreiben.
Platz 5: Lust auf ein anderes Projekt
Aktuell könnte das sogar mein Platz 1 sein. Mein Kopf ist manchmal so voller Ideen, dass Klonen eine verdammt gute Angelegenheit wäre. Wenn ich in meinen Bücherordner auf meinem Computer schaue, finde ich mindestens 20 Buchprojekte im Status von roher Planung bis über hundert Seiten geschrieben. Die meisten werden dort wohl für immer verstauben. Momentan arbeite ich an der Verbesserung einer Trilogie, derweil ich bereits die Recherche für ein Fantasyprojekt betreibe. Dabei durchwühle ich Websiten verschiedener Klöster, schaue mir Pläne an und überlege, eines zu besuchen, um Material für meinen Handlungsort zu bekommen. Recherche macht oft mehr Spaß als Schreiben und immer wieder höre ich verfrüht beim Schreiben auf, um mich auf Google und ChatGPT zu stürzen.
Platz 4: E-Mails
Früher haben mich meine Mails kaum interessiert. Ihr Inhalt war entweder Spam, privater Natur oder etwas, was auch auf viel später warten kann. Jetzt wo ich Akrobatikkurse gebe, bekomme ich natürlich regelmäßig Anfragen bzgl. Preis, Ort, Schnuppern … Bevor ich schreibe oder währenddessen, möchte ich das nur schnell erledigen, was öfter mehr Zeit kostet, als ich erwartet hätte.
Platz 3: Zocken
Als Teenager habe ich unheimlich viel gezockt. Okay, ich war auch in einer Fernbeziehung und dadurch ständig am Computer. Es gab immer wieder Phasen, wo ich mehr oder weniger gespielt habe. Ganz übel ist das mit League of Legends, da kippe ich immer mal wieder rein. Zumeist, wenn ich gerade eine Szene fertiggeschrieben habe, denke ich mir: Und jetzt eine kurze Belohnungsrunde.
Dabei bleibt es nur selten und schwupps ist mal wieder eine Stunde untätig verstrichen.
Platz 2: Essen
Ich weiß auch nicht, aber beim Schreiben bekomme ich Hunger. Dann mache ich mir schnell ein Brot und kehre zurück, verdrücke es und … mache mir ein zweites. Irgendwann durchbreche ich den Zyklus zumeist mit einer Portion Müsli, damit mein Magen Ruhe gibt.
In der Zwischenzeit bekomme ich natürlich nichts weiter. Manchmal gestehe ich mir das von vornerein ein und zocke beim Essen – eine apokalyptische Kombination fürs Schreiben.
Platz 1: Familie
Seitdem wir ein Kind haben, ist es nicht mehr so leicht, zu sagen: Ich geh jetzt mal zwei Stunden schreiben. Es sieht viel eher so aus: Ich stehe vor allen anderen auf, haue in die Tasten, bis sie glühen und sobald ich oben unsere Kleine quäken höre, weiß ich: Jetzt ist’s gelaufen.
Schreiben ist bei mir oft ein Wettlauf gegen die Zeit, der von meiner lieben Tochter unterbunden wird. Aber dafür ist diese Ablenkung die Schönste, die man sich vorstellen kann.